Die erste punktlose Niederlage der Saison mussten die Baden Rhinos gestern Abend beim Schwenninger ERC hinnehmen. Mit 6:7 unterlagen die Nashörner den FireWings, die sich den Sieg durch eine größere „Erfolgs-Geilheit“ verdienten.
Den besseren Start in die Partie hatten allerdings die Nashörner. Nach 36 Sekunden brachte Nico Kolb seine Farben in Front. Hätte (hätte Fahrradkette) Marco Haas im direkten Anschluss seine beiden Großchancen nutzen können, wer weiß, welchen Verlauf das Spiel dann genommen hätte. So aber zeigte sich zügig die große Qualität der Gastgeber: die des Comebacks. Pascal Pinsack nutzte den Rebound zum Ausgleich (5.). „Kann ich auch“ dachte sich Mirco Majewski in der 13. Minute, als auch er einen abgewehrten Trandafilov-Schuss an Levi Schlenker vorbei zum 2:1 in einem noch insgesamt ausgeglichenen ersten Spielabschnitt über die Linie drücken konnte. Damit ging es auch in die erste Pause, die wegen eines Problems mit der Eisfläche unfreiwillig länger dauerte als geplant.
Doch auch hiervon schienen sich die Rhinos nicht weiter ablenken zu lassen. Zwei Minuten waren gespielt, als Haas clever über die Bande in den Lauf von Ville Keränen chippte und der vor dem Tor den heraneilenden Denis Majewski bediente. Doch Schwenningen zeigte sich unbeeindruckt und stürmte direkt wieder an. Ein Zuordnungsfehler ermöglichte das Anspiel auf den freistehenden Hannes Deuring der aus dem Slot heraus keine Minute später verkürzte. 27 Minuten waren gespielt, als Jyry Kortelainen vom Halbkreis Levi Schlenker zur Abwehr zwang, Nico Kolb den Puck als Erster aufschnappte und um Schlenker herum das 4:2 erzielte. Doch auch diese zwei Tore-Führung hielt nur 38 Sekunden lang, ehe Pascal Pinsack aus der Ecke heraus mit dem Puck zum Tor zog und vom Gegenspieler lediglich patrouilliert anstatt entscheidend gestört wurde. Dieser Treffer hatte Signalwirkung, denn nun glaubte auch der letzte Schwenninger daran, dass heute Punkte zu holen waren. Läuferisch und körperlich präsenter waren die Hausherren dem nächsten Torerfolg näher, doch zumindest im restlichen Mitteldrittel verstanden es die Rhinos diesen noch zu verhindern.
Doch Schwenningen wollte nun mehr und war im Schlussabschnitt auch die aktivere und giftigere Mannschaft. Niklas Karle hatte beim dritten Treffer wohl genau hingeschaut und kopierte diesen nochmals zum Ausgleich (44.). Nach diesem Treffer war auch der Arbeitstag von Sebastian Trenholm vorzeitig beendet, der sich bei der Aktion verletzte und in die Kabine musste. Für ihn kam Helgi Ivarsson zwischen die Pfosten, der sich in einem fairen und strafenarmen Spiel direkt einem Schwenninger Powerplay ausgesetzt wiederfand. Hier zeigten die Gastgeber mehr Entschlossenheit und trafen per Rebound durch Niklas Karle zur ersten eigenen Führung (47.). Es folgten einige Minuten ohne Highlights, danach aber eine mehr als wilde Schlussphase mit vier (!) Toren binnen 123 Sekunden. Den Anfang machte Schwenningen in Person von Alexander Khristenko, der nach einem Konter im zweiten Rebound Helgi Ivarsson überwand. 38 Sekunden später wurde Marco Haas der Anschlusstreffer zugesprochen, der aber eigentlich der Vorlagengeber für Denis Majewski war, den er von hinter dem Tor bediente. 32 Sekunden später fing Niklas Karle einen Aufbaupassversuch ab und traf aus dem Slot zum 7:5, ehe nur weitere 40 Sekunden später Denis Friedbergers Schuss die Keller von Ville Keränen zum 6:7 fand. 13 Sekunden später wurde gegen Schwenningens Deuring eine Strafzeit ausgesprochen und noch waren etwas mehr als zwei Minuten zu spielen. Die große Chance auf den Ausgleich, doch Schwenningen verteidigte aggressiv und unterband jegliche Abschlussgefahr mit dem nötigen Glück des Tüchtigen und retteten den Sieg schlussendlich über die Ziellinie.
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